Freitag, 10. November 2017

✯Rezension✯ - "Einmal im Jahr für immer" von Sarah Ricchizzi


"KAWUUUUUUUUHMMMMMMMM.
Mit einem Schwung saß sie kerzengerade im Bett. 
»CLOWN?!« Zu Schreien stellte sich als zwecklos heraus, dieser tosende Lärm war schlichtweg zu überwältigend. Es brummte und polterte, das Vibrieren dieser Quelle durchzog die Wände des gesamten Hauses.
»Was tust du da?« Eigentlich dachte Amelie, dass sie kreischen würde, doch die Worte entkamen ihr mehr wie ein Krächzen einer Krähe. Sie stand im Wohnzimmer und musste mehrfach hinsehen, um zu realisieren, was sie dort vorfand.
»Was glaubst du denn, wo Clowns schlafen?«
»Schlafen?! GEH BITTE! Der Tag war supertoll, mein Haus gleicht einer einzigen Farbparty, du hast deinen Job wunderbar gemeistert, doch jetzt hört der Spaß auf.«
»Ich glaube eher nicht. Es hat gerade erst angefangen. Und jetzt geh schlafen, wir haben Morgen viel vor«, sagte er bestens gelaunt, während er seelenruhig mit einem Kompressor in einer tosenden Lautstärke eine Hüpfburg mitten im Wohnzimmer aufbaute.
Eine Hüpfburg."

Eine Rezension, die wohl etwas anders sein wird als meine bisherigen. Schuld daran ist alleine Sarah's Werk. Als ich es beendet habe, habe ich in meine Büchernixen gefragt: "Ich bin durch und wer kümmert sich nun um mich?". 

Gelesen habe ich "Einmal im Jahr für immer" Mitte September, also stolze zwei Monate her. Auch jetzt bezweifel ich, dass ich die richtigen Worte finden werde, um meine Meinung zu dem Buch auszudrücken. Falls du Fragen hast, so schreib mir gerne - ich tue was ich kann, denn dieses Werk verdient es. 

Meine Erwartungen an das Werk waren eher so Mittelmaß, denn das Hauptthema war doch irgendwie eine Liebesgeschichte. Etwas wovon ich generell nicht so angetan bin.


Was ich denke...

Mit Paukenschlag und Trompeten betritt ein Clown Amelie's Dasein. Dasein, denn Leben kann man es nicht mehr nennen, seitdem sie ihren Ehemann verloren hat. Schon auf den ersten Seiten wird man als Leser durch eine wahre Emotionsachterbahnfahrt geleitet. Der Grad zwischen Tränen der Traurigkeit und herzzerreißendem Lachen ist sehr schmal und ich war recht froh, dass keiner da war als ich es las. Ich bemerkte bereits nach den ersten 50 Seiten, dass ich mit meiner Erwartung so etwas von daneben lag - Mittelmaß? Liebesgeschichte? Nein!

Innerhalb von gefühlt nur wenigen Minuten habe ich das Buch in all seiner Vielfalt verschlungen. Der Schreibstil der Autorin ist einzigartig in meinen Augen und zieht den Leser in seinen Bann. Er unterstützt optimal die emotionale Achterbahnfahrt, welche der Leser durchmacht.

Hauptsächlich geht es in dem Buch um Amelie Red und wie sie probiert wieder in das Leben zurück zu finden, zugegeben gezwungenermaßen durch einen Clown. Einen Clown magst du dir denken? Ich denke eher nicht, es ist DER Clown. Eine Figur die in den letzten Monaten eher ein negatives Bild bekommen hatte und hier auf seine ganz eigene Weise dargestellt wurde. Durch kleinere Zwischenabschnitte hat der Leser die Möglichkeit auch einen kleinen Einblick beim Clown zu erhalten. Dadurch wird die Geschichte abgerundet und man erlebt den ein oder anderen Aha-Moment, verbunden mit vielen traurigen, aber auch fröhlichen Momenten.

Achja, das Cover - womit ich meistens bei meinen Rezensionen einsteige. Blau gehört aktuell zu meinen Lieblingsfarben und von der Gestaltung her finde ich das Cover sehr gelungen. Der Titel finde ich eher ungewöhnlich und ich konnte damit zu Beginn nicht sehr viel anfangen. Beim Lesen ändert es sich jedoch, denn der Titel legt die grundlegende Bedeutung für das Buch und stellt eine der zentralen Aussagen da.

Während der Blogtour entstand dieses Bild, warum in meinen Augen jemand zu diesem Buch greifen sollte:



Das Bild passt auch sehr gut als Fazit für mich, denn wenn ich an die Lesestunden zurück denke, spiegelt es einige meiner Gefühle wieder. Auch wenn es gefühlt nur an der Öberfläche des Romanes kratzt. Sollte ich jemals so etwas schreckliches Erleben müssen, hoffe ich sehr, dass es einen Mensch in meinen Leben gibt der annähernd Ähnlichkeit mit Sarah's Clown hat. 



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