Freitag, 6. Oktober 2017

*Rezension* - "Physis" von Sophie Hilger



"Als er mich losließ, fiel ich einfach nach vorn auf die Knie. Ich konnte die Vögel in den Baumwipfeln hören, wie ich sie noch nie gehört hatte. Das Laub war kühl unter meinen Händen. Ich griff hinein, fühlte die Erde. Als würde sie zu meinen Fingern gehören. Ich starb nicht. Ganz im Gegenteil."





Über das Buch

Emma lebt in einer Welt wo Wasser immer mehr zu einem Luxusgut wird. Viele Katastrophen haben dazu geführt, dass die Gewässer verseucht sind und ein so starker Wassermangel herrscht, dass Rationierungen eingeführt wurden. Ihr eröffnet sich eine Chance etwas gegen den Wassermangel zu unternehmen, doch für welchen Preis? Ist Emma bereit sich selber aufzugeben um die Menschheit zu retten?

Was ich denke...

Das Buchcover besticht durch seine Schlichtheit und die Farben sind eher dezent gewählt. Ein Cover wo mich mehr und mehr das Buch zum Kauf überzeugt hatte, als die Aktion spontan eine besondere Auflage verkaufte, hatte ich Glück eines zu ergattern. 

Der Schreibstil von Sophie ist flüssig, detailreich und hat mich schon bei den ersten Sätzen in den Bann gezogen. Ich wurde im weiteren Verlauf auch nicht enttäuscht, denn er behält das Niveau bei. Der größte Anteil der Geschichte ist aus der Perspektive von Emma verfasst, so dass man richtig mit ihr mitfiebert. Besonders gelungen finde ich ihre Gedankengänge. 

Während des Lesens wird der Leser zwischen Gut und Böse hin und her geworfen, Machtgier oder das Richtige zu tun ist die Hauptfrage bei diesen Werk. Dabei fordern voreilige Entscheidungen von Emma immer wieder ihre eigene Meinung anzupassen. Einen Zwiespalt, welchen ich sehr gut nachvollziehen kann. Die Entwicklung von Emma ist verständlich, ich finde sogar, dass sie über die Hindernisse ihrem Charakter entsprechend gewachsen ist und sich auch mal in unerwartete Bahnen entwickelt hat. 

Was mich besonders an "Physis" fasziniert hat ist jedoch der Ausbau der Grundidee Wasserknappheit. Ich habe in letzter Zeit ein paar dystopische Werke gelesen zum Thema Wasserknappheit (und fiebere auch noch einem entgegen) und "Physis" hebt sich durch die Ideenvielfalt von den anderen ab. Verbunden wird das Thema mit einem weiteren phantastischen Element, welches ich gar nicht erwartet habe. Hier möchte ich aber lieber nicht zu viel verraten, besonders auch weil der Klappentext dies noch nicht preisgibt. 

Das Buch liegt mit einer Seitenanzahl von 292 eher im Durchschnitt. Der Spannungsbogen wird stetig aufgebaut, mal etwas mehr, mal etwas weniger. Es wird nicht langweilig, aber es ist auch nicht so, dass man sich als Leser durch die Geschichte gehetzt fühlt oder es an einer Stelle irgendwie an Tiefe mangelt. 


Fazit

Eine Dystopie, welche die Ressourcenknappheit, besonders von Wasser aufgreift und mit einer Vielzahl von fantasievollen Ideen ausbaut. Die Protagonisten sind tiefgehend und es ist interessant wie sie aus ihren eigenen Zwiespalt einen Ausweg finden. Abgerundet wird es von einen Schreibstil, welcher mich direkt von Anfang  das Buch nicht zur Seite legen ließ. 



Allgemeines

Erscheinungsdatum: März 2016
Format: Print
Seitenanzahl: 292

1 Kommentar:

  1. Hey,
    ich möchte dir nur kurz mitteilen, dass ich dich zum Mystery Blogger Award nominiert habe. Hier findest du meinen Beitrag. Ich würde mich freuen, wenn du mitmachst.
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