Samstag, 19. August 2017

*Rezension* "La Vita Seconda" von Charlotte Zeiler




"Ich ließ den Spiegel sinken und mein Herzschlag stockte. Ich erkannte mich selbst nicht wieder. War so etwas überhaupt möglich, dass man sich selbst vergaß? "






Zum Buch

Marc erreicht als diensthabender Arzt eine Unfallstelle. Er kann es gar nicht glauben, dass bei diesen schweren Unfall die Fahrerin des Wagens noch lebt. Er birgt sie mit aus dem Wrack und begleitet sie bei ihrer Rehabilitation. Dabei trifft er auch wieder auf seine Exfreundin, welche ihm einige Hindernisse in den Weg legt.
Franziska wacht, in Dreck liegend, auf einer Straße im alten Cölln auf. Sie erinnert sich an kaum etwas - lediglich ihr eigener Name und der Name Mario fallen ihr wieder ein. Zu Beginn kommt sie bei Antonio unter, wundert sich jedoch immer wieder über ihre eigene Situation.
Mia ist eine junge Frau, welche probiert Oliver aus dem Weg zu gehen. Dies gestaltet sich schwieriger als gedacht, den Mark's bester Freund ist ihr Arbeitskollege.
Das Cover des Buches sticht besonders durch die düstere Darstellung hervor. Auf den Cover werden alte und neuere Gebäude dargestellt, wodurch Vergangen und Gegenwart symbolisiert werden. Die Rückenansicht der Frau repräsentiert für mich Franziska, da diese nicht weiß wer sie ist. Während des Lesens entdeckt  der Leser die Elemente des Covers wieder - ein Bezug der für mich wichtig ist.

Der Schreibstil ist flüssig und ist entsprechend der Zeit gewählt worden. Die Kapitel werden je nach Zeit grafisch anders hervorgehoben, so dass man mit einem Blick auf die Seite direkt identifizieren kann in welcher Zeit man sich aktuell befindet. Weiterhin werden Kapitel die eher selten auftreten als Intermezzo dargestellt. Die Kombination der verschieden Elemente war zu Beginn gewöhnungsbedürftig, doch ich habe mich schnell eingefunden. Die Kapitel sind mir zeitweise zu kurz gehalten, so wird man als Leser schnell hin und her geworfen. Auf den 252 Seiten gibt es 56 Kapitel, dass wäre knapp 5 Seiten pro Kapitel.

Die Handlung zu verfolgen hat mir Spaß gemacht und auf die Auflösung wer Franziska nun ist habe ich gespannt gewartet. Es gab die ein oder andere Überraschung und es werden immer wieder neue Fragen aufgeworfen, so dass es nie langweilig wurde. Am Ende haben sich die Dinge aufgelöst und die Fragen soweit beantwortet. Es gab durch Patientin von Mark immer wieder Einblicke in die Intensivstation oder andere medizinische Bereiche. Dies klang sehr glaubhaft und ich war interessant gestaltet, besonders auch, da die Autorin dort selber Erfahrung hat. Da ich noch nie in einer solchen Situation war, kann ich es selber nicht vergleichen.

Es gibt eine Vielzahl von Protagonisten, welche interessant, vor allem aber auch authentisch dargestellt werden. Es wird aus der Perspektive von vielen geschrieben, so dass man als Leser schnell in eine neue Person eintauchen kann. Man lernt mehrere Facetten kennen, welche dem einzelnen Charakter die jeweilige Tiefe verleihen. 


Fazit

Ein wundervoller Roman, welchen ich gerne 4,5 Sternchen gegeben hätte (jedoch vergebe ich keine halben). Er weist authentische Charaktere, einen wunderbar flüssigen Schreibstil und vor allem eine interessante Handlung auf. Ich hatte lediglich zu Beginn ein paar Einfindungsschwierigkeiten und im Vergleich zu anderen Büchern, welche ich las war es nur minimal schwächer. Dies liegt vielleicht auch daran, dass es sich um ein ernsteres Thema handelt. 



Allgemeines

Erscheinungsdatum: Juni 2016
Format: Print
Seitenanzahl: 252

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